Viele Aufträge, hohe Auslastung – Konjunkturumfrage der Handwerkskammer

Konjunktur Handwerk

Obwohl sich die Rahmenbedingungen verschlechtert haben, behält das Handwerk seine stabilisierende Wirkung auf die Konjunktur in Baden-Württemberg. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer. Mehr als drei Viertel der Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage mit gut. Skeptischer sind viele der befragten Handwerker allerdings für die Zukunft. „Aber auch wenn die Binnenkonjunktur durch die schwächelnde Industrie nicht ganz verschont bleiben dürfte, sieht es bei den meisten Gewerken im Handwerk nach wie vor sehr gut aus“, meint Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. „Die Mehrzahl der Betriebe ist sehr gut ausgelastet und muss sich über mangelnde Aufträge keine Sorgen machen“, betont Bopp.

Geschäftsentwicklung

Die Betriebe in der Region beurteilten ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2019 fast genauso positiv wie vor einem Jahr. 77,4 Prozent der Befragten (Vorjahr: 77,9 Prozent) vergaben die Note gut und 5,3 Prozent die Note mangelhaft (Vorjahr: 4,7 Prozent). Etwas abgeschwächt haben sich hingegen die Erwartungen für die Zukunft. Mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäftslage rechnen 27,2 Prozent der befragten Betriebe (Vorjahr: 29,0 Prozent). Die große Mehrheit erwartet Geschäfte auf dem derzeitigen Niveau (64,1 Prozent; Vorjahr: 67,1 Prozent). Zugenommen hat der Anteil der Skeptiker: 8,7 Prozent der Handwerksbetriebe befürchten eine Verschlechterung ihrer Geschäftsentwicklung (Vorjahr: 3,9 Prozent).

Auftragsentwicklung

Das Auftragsaufkommen der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk hat etwas nachgelassen. In den vergangenen Wochen meldete jeder vierte Betrieb ein Auftragsplus (24,4 Prozent, Vorjahr: 27,7), während jeder sechste (16,5 Prozent, Vorjahr: 9,9) ein Auftragsminus verkraften musste. Die Zuversicht hinsichtlich der Auftragsentwicklung ist etwas verhaltener als noch vor einem Jahr. Mit steigenden Aufträgen rechnen derzeit 31,9 Prozent der Befragten (Vorjahr: 37,8 Prozent), 6,4 Prozent (Vorjahr: 7,9 Prozent) erwarten weniger Auftragseingänge.

Die Auslastung der Handwerksbetriebe hat sich weiter verbessert. So stieg der Anteil der Unternehmen mit einer 81- bis 100-prozentigen Auslastung auf 62,5 Prozent (Vorjahr: 49,4 Prozent). Über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus produzierten 11,9 Prozent der Befragten (Vorjahr: 15,8 Prozent). Die Zahl der Unternehmen, die weniger gut ausgelastet waren, nahm insgesamt ab. Einen mittleren Auslastungsgrad zwischen 61 und 80 Prozent hatte jeder fünfte Betrieb (19,1 Prozent, Vorjahr: 24,6 Prozent). Signifikante freie Kapazitäten verzeichnete lediglich rund jeder Sechzehnte (6,4 Prozent, Vorjahr: 10,2 Prozent).

Umsatzentwicklung

Die Umsätze des Handwerks im Kammerbezirk Heilbronn-Franken entwickelten sich im dritten Quartal 2019 weniger dynamisch. Über gestiegene Umsätze berichteten 29,3 Prozent der Befragten (Vorjahr: 29,0 Prozent), während 16,1 Prozent über geringere Umsätze klagten (Vorjahr: 12,3 Prozent). Fürs kommende Quartal rechnen die befragten Handwerker mit weiteren Umsatzsteigerungen, die Erwartungen sind jedoch insgesamt verhaltener als vor einem Jahr. Von höheren Umsätzen gehen derzeit 40,8 Prozent der Betriebe aus (Vorjahr: 46,6 Prozent), wohingegen 10,2 Prozent geringere Umsätze befürchten (Vorjahr: 5,9 Prozent).

Die Beschäftigung im regionalen Handwerk hat noch einmal etwas zugenommen. Über mehr Beschäftigte konnten sich 10,8 Prozent der Befragten freuen. Im selben Zeitraum nahm bei 7,4 Prozent die Zahl der Beschäftigten ab. Zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen aktuell 4,7 Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent) der Betriebe, mit weniger Beschäftigten rechnen 3,9 Prozent der Befragten (Vorjahr: 1,1 Prozent).

Quelle Text: Handwerkskammer Heilbronn-Franken

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